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Reisehinweise Guatemala
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Letzte Aktualisierung: 16.04.2012 Unverändert gültig: |
Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst. |
Bei Reisen nach Guatemala ist der persönlichen Sicherheit grosse Aufmerksamkeit zu schenken. Die Kriminalitätsrate ist sehr hoch.
Seit dem Ende des Bürgerkrieges 1996 hat sich das Land noch nicht vollständig von dessen Folgen erholt: Das soziale Gefälle ist gross, die Gewaltkriminalität sehr hoch. Zur Bekämpfung krimineller Gruppen kann kurzfristig der Ausnahmezustand über einzelne Gebiete verhängt werden. Auf die Justiz und die Sicherheitskräfte ist kaum Verlass.
Bei Streiks, Demonstrationen und Strassenblockaden kann es zu Gewaltanwendung kommen. Auch Verspätungen und Behinderungen des Reiseverkehrs sowie Versorgungsengpässe können die Folge sein. Meiden Sie Demonstrationen jeder Art.
Im Falle von Strassensperren und Streiks bleibt den Reisenden nichts anderes übrig, als sich lokal über alternative Reisemöglichkeiten zu erkundigen und gegebenenfalls die Normalisierung der Lage abzuwarten. Die schweizerische Botschaft in Guatemala City hat bei Blockaden nur eng begrenzte - je nach Situation gar keine - Möglichkeiten zur Unterstützung der Ausreise aus den betroffenen Regionen.
Berücksichtigen Sie diese Faktoren bei der Reiseplanung, und planen Sie genügend Zeit und finanzielle Mittel ein.
Informieren Sie sich vor und während der Reise bei Ihrem Reiseveranstalter und/oder der Tourismusbehörde INGUAT / ProAtur über die aktuelle Lage und die Durchführbarkeit der geplanten Reise.
Informieren Sie die Schweizerische Botschaft in Guatemala City über ihren Aufenthalt und teilen Sie ihr folgende Angaben mit: Personalien, Reiseplan sowie Kontaktadressen in Guatemala und in der Schweiz.
Schweizerische Botschaft in Guatemala-City
gua.vertretung@eda.admin.ch
Bei der Beschreibung von Gefahrenzonen handelt es sich um ungefähre Angaben; Risiken lassen sich nicht auf exakt umrissene Gebiete einschränken.
Guatemala City: Raubüberfälle auf Touristen werden in der ganzen Stadt und ihrer Umgebung verübt. Meistens sind die Täter bewaffnet. Auch in den besser situierten Residenz- und Geschäftszonen kommen Überfälle vor. Lassen Sie grosse Vorsicht walten.
Departement Izabal: Protestierende Bauern hielten Mitte März 2008 vier Touristen einen Tag lang als Geiseln fest. Vereinzelte Protestaktionen können nicht ausgeschlossen werden. Wiederholt sind Boote auf dem Rio Dulce überfallen worden. Lassen Sie im Gebiet um den Rio Dulce erhöhte Vorsicht walten.
Departement Alta Verapaz: Die Sicherheitskräfte bekämpfen kriminelle Gruppierungen in einer grossangelegten Offensive. Bewaffnete Auseinandersetzungen können vereinzelt auch unbeteiligte Personen in Mitleidenschaft ziehen. Strassensperren und Kontrollen sind häufig. Lassen Sie grösste Vorsicht walten, und erkundigen Sie sich bei einer lokalen Vertrauensperson oder den lokalen Behörden über die aktuelle Lage.
Departement Petén: Das ganze Departement wird als gefährlich eingestuft. Die Sicherheitskräfte bekämpfen kriminelle Gruppierungen in einer grossangelegten Offensive. Im Nationalpark Tikal und in der Nähe von Flores (einschliesslich in der Umgebung des Sees) wurden mehrere gewalttätige Überfälle auf Touristen (auch Vergewaltigungen) gemeldet. Besuchen Sie die Maya-Ruinen sowie die Naturschutzgebiete nur in Gruppen und in Begleitung eines offiziellen Führers und reisen Sie nach Möglichkeit im Flugzeug hin und zurück (Tourbus vom Flughafen bis zu den Ruinen vorhanden). Im Nationalpark Tikal wird zum Schutze der Besucher eine Touristenpolizei eingesetzt. Trotzdem ist jederzeit äusserste Vorsicht geboten.
Als besonders gefährlich gelten ebenfalls folgende Gebiete: Cerro de la Cruz (ausserhalb von Antigua), der Vulkan Agua, Cerro El Baúl (ausserhalb von Quetzaltenango), Puerto Barrios, sowie die Gegend in und um Panajachel. Tecún Umán, die wichtigste Grenzstadt zu Mexiko, gilt als Kriminellen-Hochburg.
Überlandstrassen: Auf folgenden Strassenabschnitten werden häufig Überfälle gemeldet und es ist grösste Vorsicht geboten:
Carretera Panamerican: vom Atitlánsee bis zur Hauptstadt
"alte" Strasse von Panajachel am Atitlánsee nach Guatemala City (über Patzún und Patzicia) sowie
Carretera del Pacifico: ganze Länge.
Guatemala hat eine sehr hohe Kriminalitätsrate: Taschendiebstähle, Entführungen zwecks Lösegelderpressung, Vergewaltigungen und andere Gewalttaten werden im ganzen Land und zu jeder Tageszeit verübt. Häufigkeit und Brutalität nehmen sogar noch zu. Meistens werden Schusswaffen eingesetzt. Auch Ausländer und ganze Reisegruppen bleiben nicht verschont. Fussgänger werden oft von Motorradfahrern überfallen. Beachten Sie unter anderem folgende Vorsichtsmassnahmen:
- Es wird generell davon abgeraten, das Land alleine zu bereisen. Angesichts der steigenden Zahl von Vergewaltigungen sind Frauen besonders gehalten, sich an diese Empfehlung zu halten.
- Informieren Sie sich lokal auch bei Bekannten, Geschäftspartnern oder beim Sicherheitsbeauftragten des Hotels über die lokalen Gegebenheiten, und erkundigen Sie sich, ob es in der Umgebung Orte gibt, die gemieden werden sollten.
- Tragen Sie keine Wertgegenstände (Schmuck, Uhren, teure Kameras), keinen Modeschmuck und nur wenig Geld auf sich.
- Halten Sie die Autofenster geschlossen und die Türen verriegelt.
- Leisten Sie bei einem Überfall keinen Widerstand, denn die Gewaltbereitschaft ist extrem hoch. Die Verbrecher schrecken auch vor Morden nicht zurück.
- Gehen Sie nach Einbruch der Dunkelheit nicht auf die Strasse.
- Auf vielen Hauptverbindungsstrassen operieren straff organisierte und extrem gewalttätige Banden. Überfälle auf Busse in und ausserhalb der Städte sind an der Tagesordnung. Unternehmen Sie nachts und während der Stosszeiten keine Überlandfahrten, und benutzen Sie keine öffentlichen Verkehrsmittel.
- Vermehrt werden Kleinbusse mit der Aufschrift "Turismo" auf offener Strasse ausgeraubt. Bei solchen Überfällen sind wiederholt ausländische Touristen erschossen worden. Benutzen Sie deshalb nach Möglichkeit keine solchen Fahrzeuge sondern bekannte professionelle Transportunternehmen.
- Nehmen Sie ausschliesslich Hoteltaxis oder telefonisch bestellte Radiotaxis (Taxi Verde, Taxi Amarillo), und verlangen Sie bei der Reservation die Autonummer des Fahrzeugs. Für Flughafentransfers nutzen Sie mit Vorteil die hoteleigenen Transportangebote.
- Setzen Sie Ihre Kreditkarte mit Vorsicht ein, denn missbräuchliche Manipulationen von Geldautomaten sind verbreitet.
- Benutzen Sie vorzugsweise Bancomaten im Innern von Bankgebäuden oder Einkaufszentren. Beziehen Sie nur kleinere Beträge, da gerade Ausländer oft beobachtet werden.
- Unternehmen Sie Wanderungen ausschliesslich in Gruppen und in Begleitung eines vertrauenswürdigen lokalen Reiseführers.
Die Rechtsunsicherheit ist gross: Straftaten und Verbrechen bleiben meistens ungeahndet. Die Polizei leidet unter Korruption, Unerfahrenheit und Geldmangel. Es kommt vor, dass Überfälle durch Personen in Polizeiuniformen verübt werden. Das Justizsystem ist ineffizient und überlastet. Die Bevölkerung hat deshalb wiederholt Lynchjustiz angewendet.
Die unberechenbare Fahrweise und der oft schlechte Zustand der öffentlichen Busse (sogenannte "Chicken-Bus") führen häufig zu schweren Verkehrsunfällen. Die Strassenverhältnisse sind für Velotouren ungeeignet. Wegen der hohen Unfall- und Überfallgefahr wird von nächtlichen Überlandfahrten abgeraten, von Reisen mit dem Fahrrad wird generell abgeraten.
Ausflugsboote sind teilweise schlecht gewartet, und die Sicherheitsvorkehrungen sind mangelhaft.
Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz werden äusserst hart geahndet. Auch bei kleinsten Mengen und bei jeder Art von Drogen drohen Gefängnisstrafen zwischen 5 und 20 Jahren (Herstellung) und 12 bis 20 Jahren (Handel bzw. Besitz). Das Gesetz sieht für verschiedene Delikte die Todesstrafe vor.Die Haftbedingungen sind sehr prekär: überfüllte Zellen, schlechte Ernährung, Gewalt etc.
Bei vielen Mayas kursieren unter anderem Gerüchte, wonach Ausländer Kinder rauben. Begegnen Sie deshalb der Bevölkerung mit gebührendem Respekt und passen Sie Ihr Verhalten den lokalen Gepflogenheiten an. Fotografieren Sie Personen oder Personengruppen nur mit deren Einverständnis; andernfalls muss mit aggressiven Reaktionen gerechnet werden.
Guatemala liegt in einem Erdbebengebiet und zählt mehrere aktive Vulkane. Bei Exkursionen auf Vulkane ist grosse Vorsicht geboten und es ist unerlässlich, sich von einem kundigen Führer begleiten zu lassen.
Von Mai bis Oktober/November muss mit Hurrikanen und starken Regenfällen gerechnet werden. Sie können Überschwemmungen, Erdrutsche und Infrastrukturschäden verursachen.
Es kommt vor, dass Ortschaften mehrere Tage von der Umwelt abgeschnitten sind. Beachten Sie die Warnungen und Instruktionen der lokalen Behörden, z.B. Absperrungen um aktive Vulkane, Evakuationsbefehle.
Sollte sich während Ihres Aufenthalts eine Naturkatastrophe ereignen, melden Sie sich möglichst rasch bei Ihren Angehörigen und befolgen Sie die Anweisungen der Behörden. Sind die Verbindungen ins Ausland unterbrochen, kontaktieren Sie die Schweizerische Botschaft in Guatemala City.
Die medizinische Versorgung ist nur in Privatkliniken der Hauptstadt vollumfänglich gewährleistet, die sehr teuer sind. Eigenes Verbandmaterial und Wegwerfspritzen können sich als nützlich erweisen.Wenn Sie auf bestimmte Medikamente angewiesen sind, sollte Ihre Reiseapotheke einen ausreichenden Vorrat enthalten. Bedenken Sie jedoch: In vielen Ländern gelten besondere Vorschriften für die Mitnahme von betäubungsmittelhaltigen Medikamenten (z.B. Methadon) und Substanzen, mit denen psychische Erkrankungen behandelt werden. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls vor der Abreise direkt bei der zuständigen ausländischen Vertretung (Botschaft oder Konsulat) und konsultieren Sie die Rubrik Reiselinks, wo Sie unter anderem weitere Informationen zu diesem Thema sowie generell zur Reisemedizin finden.
Sie sind verpflichtet, sich jederzeit mit dem Reisepass ausweisen zu können.
Tourismusbehörde INGUAT / ProAtur: Notruf für Reisende, Informationen über die lokale Sicherheitslage und durch die Touristenpolizei begleitete Reisen: 1500 oder 2421 28 10
Schweizerische Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste schweizerische Vertretung wenden.
Schweizerische Vertretungen im Ausland
Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente etc.
Ausländische Vertretungen in der Schweiz
Ausschluss der Haftung
Beachten Sie auch die zusätzlichen, allgemein gültigen Reise-Informationen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.
Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur sorgfältigen Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.


