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Kultur

Das kulturelle Angebot der Schweiz ist ebenso dicht wie abwechslungsreich. Durch die geografische Lage wurde die Schweiz seit Anbeginn von den grossen Kulturräumen Italien, Frankreich und Deutschland geprägt.

Kulturpolitik

Die Schweizerische Kulturpolitik wird massgeblich von zwei Institutionen gesteuert. Das Bundesamt für Kultur (BAK) ist die Fachbehörde des Bundes für kulturpolitische Grundsatzfragen, für Kulturförderung und für die Erhaltung und Vermittlung kultureller Werte. Die Aufgaben der Stiftung Pro Helvetia bestehen darin, das kulturelle Schaffen gesamtschweizerisch zu fördern und den Kulturaustausch zu pflegen. Die kulturellen Tätigkeiten der Schweiz im Ausland beruhen auf der Zusammenarbeit des BAK, Pro Helvetia und des EDA.

Architektur und Design

Architektur und Design haben in der Schweiz einen hohen Stellenwert. Einer der bekanntesten und einflussreichsten Vertreter im 20ten Jahrhundert ist Le Corbusier. Zahlreiche Schweizer Architekten haben im Ausland mit ihren Bauwerken Aufsehen erregt. Die Prominentesten unter ihnen sind Mario Botta, Diener & Diener oder Herzog und de Meuron, die das Stadion für die Olympischen Spiele in Peking (Vogelnest) bauen liessen. Zu den spektakulärsten Gebäuden in der Schweiz gehören neben vielen die Therme in Vals von Peter Zumthor und das Museum Kirchner in Davos von Anette Gigon und Mike Guyer.

Bildende Künste

Albert Anker, Ferdinand Hodler und Arnold Böcklin zählen zu den berühmtesten Schweizer Malern des 19. und 20. Jahrhunderts. Für ihre Kunstwerke weltweit bekannt sind auch Paul Klee, Alberto Giacometti für seine überlangen filigranen Figuren und Jean Tinguely dank seiner beweglichen Maschinerien. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wird in Zürich die Dada-Bewegung begründet, woraus sich der Surrealismus entwickeln sollte. In den 50er Jahren war Max Bill einer der Mitbegründer der so genannten konkreten Kunst. Die zeitgenössische Kunst erlebt momentan einen Aufschwung, unter anderem dank Pipilotti Rist oder Thomas Hirschhorn, welche internationales Ansehen in der Szene geniessen.

Literatur

Seit Beginn des 18. Jahrhunderts gelang es Schweizer Schriftstellern sich über die Landesgrenze hinaus mit ihren Werken Bekanntheit zu verschaffen: Jean-Jacques Rousseau, Jeremias Gotthelf, Gottfried Keller und die Schöpferin von ‚Heidi’ Johanna Spyri. Im 20. Jahrhundert etablieren sich im deutschsprachigen Raum Namen wie Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt. Die französischsprachige Schweiz wird vertreten durch Charles-Ferdinand Ramuz, Blaise Cendrars, Maurice Chappaz oder Jacques Chessex, die italienischsprachige Schweiz durch Francesco Chiesa und Piero Bianconi.

Museen und Stiftungen

In der Schweiz findet sich eine Auswahl von über 900 Museen. Neben den grossen Museen existieren zahlreiche Ausstellungen, die sich lokalspezifischen Themen widmen. Von grossem Wert sind privaten Stiftungen wie die Fondation Beyeler bei Basel, das Zentrum Paul Klee in Bern und die Fondation Gianadda in Martigny. Zu den meistbesuchten Museen zählen das Museum Tinguely in Basel, das Museum de l’art brut in Lausanne und das Verkehrshaus in Luzern.

Theater

Das Schweizer Theaterleben kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts erfuhr das Volkstheater eine nachhaltige Belebung und viele der damaligen Werke werden noch heute aufgeführt. So zum Beispiel die Tellspiele nach dem Drama von Friedrich Schiller. Für ihre Reputation bekannt sind die Theaterhäuser in Zürich, Basel, Bern und Genf. Neben den grossen Bühnen blüht seit den 60er Jahren eine immer noch wachsende Kleintheaterszene. Fester Bestandteil des Schweizer Kultursommers sind ausserdem zahlreiche Theaterfestivals wie das Theaterspektakel in Zürich, das Festival du Belluard in Freiburg und das Festival de la Bâtie in Genf.

Musik

Das Musikleben der Schweiz ist sehr vielfältig und spiegelt sich in einer grossen Anzahl von Festivals und Konzerten wider. Musikgrössen der ganzen Welt trifft man am Jazzfestival Montreux. Zeitgenössische Pop- und Rockmusik wird am Paléo Festival in Nyon oder den Openair Festivals am Gurten, Gampel, Frauenfeld und St. Gallen geboten. Klassische Musik wird am traditionsreichen Lucerne Festival und an den Murten Classics dargeboten.

Schweizer Film

Wie im übrigen Europa tragen staatliche Subventionen auch in der Schweiz wesentlich zur unabhängigen Filmproduktion bei. Unter den Schweizer Kinogrössen hat sich allen voran der erfolgreiche Produzent Arthur Cohen mit 6 Oscars einen Namen gemacht. Aufsehen erregte auch Marc Foster als Regisseur des James Bond Films „Quantum of Solace“. International beachtet werden immer wieder Schweizerische Dokumentarfilme. Die Schweiz ist Gastgeber der jährlich stattfindenden Filmfestivals von Locarno, Nyon und Zurich.

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