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Reisehinweise Philippinen

Letzte Aktualisierung: 07.02.2012
Unverändert gültig:  

Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.

Grundsätzliche Einschätzung
Spezifische regionale Risiken
Kriminalität
Verkehr und Infrastruktur
Besondere rechtliche Bestimmungen
Naturbedingte Risiken

Gesundheit
Besondere Hinweise
Nützliche Adressen

Grundsätzliche Einschätzung

Bei Reisen auf die Philippinen ist der persönlichen Sicherheit grosse Aufmerksamkeit zu schenken.

Die Philippinen sind mit verschiedenen Sicherheitsproblemen konfrontiert: Radikal-islamistische Gruppierungen operieren im Süden (besonders in Mindanao). Die kommunistische New People’s Army (NPA) ist vor allem in Nord-Luzon, gelegentlich aber auch in anderen Landesteilen aktiv. Aufgrund ihrer Strategie stellt die NPA nur eine beschränkte Bedrohung für Touristen dar. Hingegen sind Ausländer seit 2000 wiederholt von Entführungen und terroristischen Akten islamistischer Gruppen betroffen gewesen. Seit 2009 sind auf Mindanao und im Sulu-Archipel mehrere Ausländer (auch Schweizer) von terroristischen Gruppierungen entführt worden.

Seit Juni 2006 haben sich in Mindanao mehrere Bombenanschläge ereignet. Auch in Manila sind in den vergangenen Jahren sporadisch terroristische Anschläge verübt worden. Es muss weiterhin mit solchen Anschlägen gerechnet werden. Beachten Sie auch die Rubrik Terrorismus und Entführungen.

Die Kriminalitätsrate ist hoch.

Seien Sie generell wachsam, vor allem in touristischen und öffentlichen Einrichtungen (z.B. Einkaufszentren, Kinos, öffentlichen Verkehrsmitteln). Befolgen Sie die Anweisungen der Behörden und meiden Sie Demonstrationen jeder Art, denn diese können leicht in Ausschreitungen und in gewalttätige Zusammenstösse zwischen Demonstranten und der Polizei ausarten.



Spezifische regionale Risiken

Bei der Beschreibung von Gefahrenzonen handelt es sich um ungefähre Angaben; Risiken lassen sich nicht auf exakt umrissene Gebiete einschränken.

Manila: Seit Dezember 2000 wurden in Manila mehrere Bombenanschläge auf Einkaufszentren, allgemein zugängliche Orte und öffentliche Verkehrsmittel verübt. Z.B. wurde am 25. Januar 2011 in Makati (Geschäftszentrum von Manila) ein Bombenanschlag auf einen Reisebus verübt.
In den Vergnügungsvierteln der Stadt und in den Einkaufszentren ist die Kleinkriminalität besonders hoch.

Insel Luzon: Im Norden der Insel sind kommunistische Rebellengruppen aktiv. Von Reisen in abgelegenere Gebiete Nord-Luzons (Cordillera) wird abgeraten.
Unternehmen Sie Reisen in die Gebiete Abra, Ifugao, die Mountain Province und die südlichen Teile der Provinz Quezon ausschliesslich in grösseren Gruppen und in Begleitung eines vertrauenswürdigen, ortskundigen Führers. Dasselbe gilt für Wanderungen am Mount Pinatubo.

Mindanao: In den Städten sind in den letzten Jahren wiederholt Bombenattentate verübt worden, die zahlreiche Menschenleben gekostet haben.
In den folgenden Teilen der Insel ist die Gefahr von Entführungen, Anschlägen und Überfällen durch Rebellen und Banditen besonders hoch, und es kommt zu Zusammenstössen zwischen der Armee und Rebellengruppen: Zamboanga-Halbinsel, Lanao de Norte, Lanao del Sur, Agusan del Sur, North Cotabato, South Cotabato, Maguindanao und Sultan Kudarat. In Maguindanao fielen am 23. November 2009 zahlreiche Personen einem politisch motivierten Massaker zum Opfer. In der Region um Zamboanga City wurden im April 2010 ein Schweizer Bürger, im Juli 2011 zwei US-Amerikaner und im Dezember 2011 ein Australier entführt. Von Reisen in die genannten Gebiete wird wegen des hohen Entführungsrisikos und der allgemein prekären Sicherheitslage abgeraten.
Klären Sie bei Aufenthalten in den anderen Teilen Mindanaos vorgängig mit Ihrer lokalen Bezugsperson die aktuelle Sicherheitslage ab und befolgen Sie deren Ratschläge.

Sulu-Archipel (Inseln Basilan, Jolo, Sulu, Tawi-Tawi etc.): Von Besuchen des gesamten Archipels wird abgeraten, da dort Terrorgruppen aktiv sind und militärische Operationen durchgeführt werden. Am 15. Januar 2009 wurden auf Jolo drei Mitarbeiter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz entführt. Anfang Februar 2012 wurden ein Schweizer und ein holländischer Tourist auf der Insel Tawi-Tawi entführt. Das Entführungsrisiko besteht im gesamten Archipel.

Bei Reisen in touristisch nicht erschlossene Gebiete, auch wenn oben nicht ausdrücklich erwähnt, ist grösste Vorsicht geboten. In nicht erschlossenen Gebieten und in regionalen Konfliktgebieten, wo Terrorgruppen aktiv sind, hat die Schweizerische Botschaft in Manila nur begrenzte oder gar keine Möglichkeit zur Hilfe bei Entführungen oder in anderen Notsituationen.



Kriminalität

Taschendiebstähle und Betrügereien sind häufig. Die Zahl der Gewaltdelikte, auch solche mit Todesfolge, nimmt zu. Entführungen von Geschäftsleuten und andere Erpressungsmethoden zwecks Erlangen von Löse- und Schutzgeldern sind landesweit verbreitet; vereinzelt sind auch Ausländer davon betroffen. Unter anderem werden folgende Vorsichtsmassnahmen empfohlen:

  • Tragen Sie keine Wertgegenstände (Uhren, Schmuck, etc.) und nur wenig Geld auf sich.
  • Setzen Sie Kreditkarten und Schecks mit Vorsicht ein, denn Missbrauch ist verbreitet.
  • Vermeiden Sie nächtliche Spaziergänge und Überlandfahrten.
  • Gewisse Taxifahrer in Manila scheuen vor Streitereien um den Fahrpreis und Erpressungsversuchen nicht zurück. Benutzen Sie deshalb wenn möglich Hoteltaxis.
  • Nehmen Sie von Unbekannten keine Getränke oder Esswaren an. Es kommt vor, dass diese mit Betäubungsmitteln versetzt werden, um das Opfer zu berauben.
  • Allgemein ist Vorsicht geboten, wenn Unbekannte (Filipinos oder Ausländer) spontan Mitfahrgelegenheiten anbieten oder nach Hause einladen.
  • Beziehungsdelikte sowie Erpressungsversuche sind relativ häufig, und stehen oft im Zusammenhang mit Vorwürfen wegen Pädophilie. Zurückhaltung im Umgang mit Kindern ist daher angezeigt.
  • Wenn Sie mit den Verhältnissen in den Philippinen nicht vertraut sind, lassen Sie sich bei Reisen ins Landesinnere mit Vorteil von einem vertrauenswürdigen, ortskundigen Führer begleiten.

In den philippinischen Gewässern ist Piraterie verbreitet. Beachten Sie die spezifischen Informationen:
Piraterie



Verkehr und Infrastruktur

Das Strassennetz ist nicht sehr gut ausgebaut. Während der Taifun-Saison (Mai bis Oktober) können ganze Strecken wegen Überflutungen oder Erdrutschen für längere Zeit unpassierbar und Telefonleitungen unterbrochen sein. Informieren Sie sich vor einer längeren Fahrt über die aktuellen Witterungsverhältnisse. Es ist von grossem Vorteil, in den grossen Städten und bei Überlandfahrten die Dienste eines versierten Fahrers in Anspruch zu nehmen.

Die Sicherheitsvorkehrungen der Schiffsverbindungen sind mitunter mangelhaft. Lassen Sie deshalb bei der Wahl dieser Transportmittel Vorsicht walten.

Die Wartung der Flugzeuge entspricht oft nicht europäischem resp. internationalem Standard.



Besondere rechtliche Bestimmungen

Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz (Besitz, Herstellung, Handel) werden schon bei geringsten Mengen (ab 5 Gramm) und bei jeder Art von Drogen mit lebenslanger Haft geahndet. Die Polizei geht im ganzen Land hart gegen Betäubungsmitteldelikte vor. Bei Festnahmen in einem Flug- oder Fährhafen wird strafverschärfend Handel unterstellt.
Sehr hohe Strafen werden auch bei Sexualdelikten, einschliesslich Prostitution, verhängt.

Es ist verboten, Beamte zu beleidigen. Am Flughafen wird ein nach philippinischem Verständnis unhöfliches Benehmen mit Einreisesperre, Geldstrafe oder Haft geahndet.

Gerichtsverfahren können sich über mehrere Jahre hinziehen. Die Haftbedingungen sind prekär.



Naturbedingte Risiken

Die Philippinen liegen in einer geologisch aktiven Zone. Es muss deshalb stets mit Erdbeben und Vulkanausbrüchen gerechnet werden.

Das Land wird mehrmals jährlich von Taifunen heimgesucht, am häufigsten zwischen Mai und Oktober. Im Extremfall können solche Stürme Überschwemmungen und Infrastrukturschäden verursachen. Auch der Reiseverkehr kann vorübergehend beeinträchtigt werden.

Beachten Sie die Vorhersagen des staatlichen Wetterdienstes PAGASA und befolgen Sie generell die Warnungen und Instruktionen der lokalen Behörden, z.B. Absperrungen um aktive Vulkane, Evakuationsbefehle.
PAGASA
Weltorganisation für Meteorologie (WMO)
National Disaster Risk Reduction and Management Council

Sollte sich während Ihres Aufenthalts eine Naturkatastrophe ereignen, melden Sie sich möglichst rasch bei Ihren Angehörigen und befolgen Sie die Anweisungen der Behörden. Sind die Verbindungen ins Ausland unterbrochen, kontaktieren Sie die schweizerische Botschaft in Manila.



Gesundheit

Die medizinische Versorgung ist besonders auf dem Land nicht immer gewährleistet. Personen mit einem negativen Rhesusfaktor können unter Umständen nur mit Schwierigkeiten eine Bluttransfusion erhalten. Eigenes Verbandsmaterial und Wegwerfspritzen können sich als nützlich erweisen.
Wenn Sie auf bestimmte Medikamente angewiesen sind, sollte Ihre Reiseapotheke einen ausreichenden Vorrat enthalten. Bedenken Sie jedoch: In vielen Ländern gelten besondere Vorschriften für die Mitnahme von betäubungsmittelhaltigen Medikamenten (z.B. Methadon) und Substanzen, mit denen psychische Erkrankungen behandelt werden. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls vor der Abreise direkt bei der zuständigen ausländischen Vertretung (Botschaft oder Konsulat) und konsultieren Sie die Rubrik Reiselinks, wo Sie unter anderem weitere Informationen zu diesem Thema sowie generell zur Reisemedizin finden.



Besondere Hinweise

Kinder unter 15 Jahren, die alleine, nur mit einem Elternteil oder mit einer Drittperson reisen, müssen für die Einreise besondere Formalitäten erfüllen. Ausserdem können die philippinischen Einreisebehörden den Pass bis zur Wiederausreise zurückbehalten. Erkundigen Sie sich frühzeitig bei der Botschaft der Philippinen in Bern über die genauen Vorschriften.



Nützliche Adressen

Notruf allgemein: 117
Notruf Touristenpolizei in Manila und Umgebung: 524 16 60 / 524 17 28

Schweizerische Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste schweizerische Vertretung wenden.
  • Schweizerische Vertretungen im Ausland


  • Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente etc.
  • Ausländische Vertretungen in der Schweiz
  • Ausschluss der Haftung
    Beachten Sie auch die zusätzlichen, allgemein gültigen Reise-Informationen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.
    Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur sorgfältigen Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
    Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.